Kurzfassung
Die BIM-Gesamtkoordination ist in deutschen Planungsbüros längst gelebte Praxis, organisatorisch aber noch nicht dort angekommen, wo sie sein müsste. In dieser Diskussionsrunde der BIM Allianz e.V. sprechen Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur- und Planungsbüros, BIM-Management und Projektsteuerung darüber, warum die Rolle in vielen Projekten auf reine Modellprüfung verengt wird, obwohl sie Planungskoordination am Modell leisten soll.
Die zentrale Erkenntnis: Effizienz entsteht nicht durch mehr Prüfläufe oder bessere Software, sondern durch Klarheit über Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen. Das größte Hindernis ist dabei kein technisches, sondern ein kommunikatives: In vielen Projekten sprechen Projektleitung und BIM-Gesamtkoordination schlicht nicht miteinander.
Die zentrale Erkenntnis: Effizienz entsteht nicht durch mehr Prüfläufe oder bessere Software, sondern durch Klarheit über Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen. Das größte Hindernis ist dabei kein technisches, sondern ein kommunikatives: In vielen Projekten sprechen Projektleitung und BIM-Gesamtkoordination schlicht nicht miteinander.
Die Themen im Detail
Was Effizienz hier bedeutet
Wie sich die Rolle entwickelt hat
Was Büros in der Praxis bremst
Exkurs: Modell und Betrieb
Zahlen aus der Verbandsumfrage
Kernpunkte der Diskussion
Fazit
- Nicht schneller arbeiten oder mit weniger Ressourcen auskommen
- Sondern Klarheit über Rollen, Verantwortlichkeiten, Prozesse und Schnittstellen
Wie sich die Rolle entwickelt hat
- 2010–2016: Orientierung, Modellprüfung noch experimentell
- bis 2020: Strukturierung durch AIA und BAP, Zeit der Pilotprojekte
- heute: Professionalisierung — Kernleistung aufbauen oder Partner suchen
- Als nächster Schritt im Gespräch: Data Governance statt reiner Modellprüfung
Was Büros in der Praxis bremst
- Mehraufwand liegt bei der Planung, der Nutzen fällt anderswo an
- Unklare Bauherrenangaben führen zu stark abweichenden Angeboten
- Doppelte Besprechungsstrukturen, Themen werden mehrfach behandelt
- Verantwortlichkeiten nicht sauber abgegrenzt, Lücken tauchen später auf
- Fachplaner häufig unvollständig für BIM beauftragt
- Jedes Büro baut eigene Prüfregeln statt gemeinsamer Standards
- Zweifel, ob die gelieferten Daten später überhaupt genutzt werden
Exkurs: Modell und Betrieb
- Offene Frage in der Runde: Hat jemand ein Modell erlebt, das im Facility Management ankam?
- Befund: Nach über zehn Jahren ist das Versprechen „Planen, Bauen, Betreiben" in der Breite nicht eingelöst
Zahlen aus der Verbandsumfrage
- BIM-Projekte nehmen zu, eigene Gesamtkoordination hinkt hinterher (etwa ein Drittel)
- Selbst in Büros bis 100 Mitarbeitende: im Schnitt zwei Personen, die die Rolle fachlich ausfüllen können
- 60 % erwarten steigende Bedeutung, 32 % gleichbleibend hoch
- Der Bedarf wächst schneller als die Kapazitäten
Kernpunkte der Diskussion
- Planungskoordination am Modell, nicht bloße Modellkoordination
- Das größte Hindernis ist Kommunikation: Projektleitung und Gesamtkoordination sprechen zu wenig miteinander
- Gefragt sind Moderationsfähigkeiten, nicht mehr Softwarekenntnisse
- BIM-Management sollte Ziele funktional beschreiben, nicht Prozesse vorschreiben
- Architekten sind für die koordinierende Rolle ausgebildet — was fehlt, ist der technische Teil
- Erfolg misst sich nicht an der Zahl gefundener Fehler
- Fehlerkultur: früh und offen liefern statt spät und vermeintlich fehlerfrei
- Vier-Wochen-Takt heißt real acht Wochen bis zur Behebung
- Prüfkennzahlen sagen wenig über Planungsreife aus
Fazit
- BIM ist kein Selbstzweck — organisatorische Fragen wiegen schwerer als Softwarekenntnisse
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